Generationen-Barometer 2020

Etwa die Hälfte der Befragten träumt davon, Gutes zu tun. Diese Sehnsucht ist bei den jungen Erwachsenen am grössten und nimmt mit steigendem Alter stetig ab.  Beim Thema Liebe zeigt sich ein markanter Wandel zwischen den Generationen: Junge Erwachsene finden nicht-monogame Beziehungen zunehmend normal. 

Werden junge Erwachsene nach ihren Wünschen und Sehnsüchten befragt, geben sie besonders oft an, von romantischer Liebe und einer grossen Reise zu träumen. Die 35- bis 54-Jährigen sehnen sich nach Entlastung. Sie träumen in der Rushhour des Lebens vom Millionengewinn, dem einfachen Leben, vom Aussteigen oder vom Nichtstun. Mit zunehmenden Lebensjahren verlieren Träume generell an Bedeutung: Viele Ältere ab 75 Jahren geben an, gar keine Träume mehr zu haben.
 

Träume

Grafik 11

Auffällig ist, dass die Träume der Schweizerinnen und Schweizer eher selten mit grossen Ambitionen verbunden sind. Nur 17 Prozent träumen davon, Einfluss zu haben, und gar nur drei Prozent hegen den Traum, berühmt zu sein. 

Es erstaunt deshalb nicht, dass etwa 60% der Erwerbstätigen angeben, mit der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens von 2500 Franken im Monat nicht weiterarbeiten zu wollen wie bisher. Eine Mehrheit wünscht sich mehr Zeit für sinnhafte Tätigkeiten für sich selber. Und zumindest eine grosse Minderheit möchte Zeit, um Freiwilligenarbeit zu leisten.

Auffällig ist, dass am ehesten Menschen zwischen 35- bis 44 weiterarbeiten würden wie bisher. In dieser Lebensphase haben viele kleine Kinder zuhause.


Optionen durch Grundeinkommen - nach Alter

Abbildung 16
«Angenommen, Sie erhalten, zusätzlich zu Ihrem Einkommen, monatlich einen bedingungslosen Betrag von 2500 Franken. Was würden Sie tun?»


Junge Erwachsene gaben besonders oft an, von romantischer Liebe zu träumen. Sie scheinen sich darunter aber etwas anderes vorzustellen als ältere Befragte.

62 Prozent der unter 25-Jährigen gehen davon aus, dass nicht-monogame Beziehungen zunehmend normal und akzeptiert sein werden, und die meisten davon erachten dies als eine positive Entwicklung. Unter den in den wilden 1970er-Jahren sozialisierten Babyboomern (heute 65- bis 74 Jahre alt) gehen dagegen nur 27 Prozent von einer solchen Entwicklung aus, und die Hälfte davon bewertet diese als negativ. Hier zeigt sich also zwischen den Generationen ein markanter Wandel. 
 

Beurteilung nicht-monogamer Beziehungen - nach Alter

Beurteilung nicht-monogamer Beziehungen - nach Alter
«Denken Sie, dass offene Beziehungen und Alternativen zu Zweierbeziehungen (Polyamorie) bei den jüngeren Generationen normal und akzeptiert sein werden?»


 

Zu diesem Kapitel in der Studie
 

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