Du möchtest spannende Inputs zum Thema Erben erhalten? Expert:innen servieren beim «Wissen zum Zmittag» regelmässig Gehirnfutter zum Thema. Hier findest du ausgewählte Live-Aufnahmen der Veranstaltung.
Möchtest du einmal live mit dabei sein beim «Wissen zum Zmittag»? Nächste Veranstaltungen:
- 29. Januar 2026: Woher stammt der Drang des Menschen, etwas zu hinterlassen? Mit Pasqualina Perrig-Chiello, Entwicklungspsychologin und Psychotherapeutin
- 26. Februar 2026: Was machen die geerbten Dinge mit uns? Und was machen wir mit ihnen? Mit Valentin Groebner, Professor für Geschichte an der Universität Luzern
Wie spielen Gene und Umwelt bei der Entwicklung eines Kindes zusammen?
Seit Jahrzehnten diskutieren Wissenschaftler:innen, was den grösseren Einfluss auf die kindliche Entwicklung hat: Das Erbgut, das dem Kind von seinen Eltern in die Wiege gelegt wird, oder die Umwelt, in die es hineingeboren wird? Klar ist: Beide Faktoren sind untrennbar miteinander verbunden. Entwicklungspsychologin Regula Neuenschwander untersucht dieses Zusammenspiel und sprach im «Wissen zum Zmittag» am 3. Dezember 2024 darüber, was es braucht, damit ein Kind sein Potenzial optimal entfalten kann.
Wie können Erfahrungen früherer Generationen unser Leben prägen?
Es ist ein dunkles Kapitel der Schweizer Sozialpolitik: Bis in die 1980er-Jahre wurden Tausende von Kindern ihren Eltern weggenommen, weil diese zum Beispiel arm oder unverheiratet waren. Die sogenannten Verdingkinder wurden auf Bauernhöfen oder in Heimen untergebracht, oft wurden sie ausgenützt und misshandelt. Schätzungen gehen von 100'000 Betroffenen aus. Die Folgen der traumatischen Erfahrungen spüren auch die Nachkommen der Verdingkinder. Sozialanthropologin Andrea Abraham und ihr Team haben mit rund 30 von ihnen gesprochen. Im «Wissen zum Zmittag» vom 13. März 2025 erzählte sie, was für die Verdingkinder die schwierige Vergangenheit ihrer Eltern bedeutet.
Wie viel Kontrolle über unser Erbgut ist ethisch vertretbar?
Die CRISPR-Technologie ermöglicht kostengünstige und präzise Eingriffe ins Erbgut von Lebewesen. In Zürich wachsen bereits die ersten genveränderten Gerstenpflanzen und in Grossbritannien dürfen Forscher:innen mit der Technologie Erbkrankheiten bekämpfen. Sie liesse sich aber auch für anderes brauchen - zum Beispiel, um unser Aussehen oder unsere Fähigkeiten zu optimieren. Das stellt die Menschheit vor fundamentale Fragen: Wie weit dürfen wir ins Erbgut eingreifen und wer bestimmt dies? Philosoph Christian Budnik teilte beim «Wissen zum Zmittag» am 1. April 2025 seine Gedanken dazu.
Warum ist eine Erbschaftssteuer an der Urne chancenlos, obwohl sie nur die wenigsten betreffen würde?
Noch nie zuvor wurde in der Schweiz so viel vererbt – und die Summe wird jedes Jahr grösser. Leben wir zunehmend in einer Erbengesellschaft, in der die soziale Herkunft mehr zählt als die individuelle Leistung? Das Generationen-Barometer 2025 zeigt: Über die Hälfte der Schweizer:innen glaubt nicht mehr daran, dass Menschen aus ärmeren Verhältnissen in der Schweiz Vermögen aufbauen können, ohne zu erben. Trotzdem bleibt eine nationale Erbschaftssteuer politisch chancenlos. Michael Hermann, Politologe und Geschäftsführer von Sotomo, sprach im «Wissen zum Zmittag» vom 4. Juni 2025 über die Gründe dafür.
Wie gestalten wir heute die Zukunft unseres kulturellen Erbes?
Wenn wir an einem heissen Sommertag in der Aare schwimmen, wenn wir ein Räbeliechtli schnitzen oder eine Chilbi, die Street Parade oder ein Alpfest besuchen, dann pflegen wir Traditionen und halten sie lebendig. Doch was gilt als kulturelles Erbe unserer Gesellschaft - und wer entscheidet das? Was soll so bleiben, wie es schon immer war, und was darf sich wandeln? Kulturwissenschaftlerin Theres Inauen sprach im «Wissen zum Zmittag» am 30. September 2025 darüber, wie wir das Überlieferte pflegen können und was es braucht, damit es im Heute Sinn stiftet.