Generationen-Barometer 2020

Die Hoffnung, dass die Lebensqualität von Generation zu Generation steigt, ist erloschen. Und hat sich punktuell sogar ins Gegenteil verkehrt. Den jungen Erwachsenen mangelt es an Hoffnung und Zuversicht.

Die Befragten schätzen allgemein ihre Lebensqualität ähnlich ein wie jene ihrer Eltern oder Kinder. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber ein interessanter Unterschied. Anders als die jüngeren Befragten gehen die älteren davon aus, dass sich die Lebensqualität positiv verändert, dass es also den nachfolgenden Generationen besser gehen wird als ihnen selbst. Die Schere öffnet sich bei den heute 54-Jährigen. 


Vergleich zu Leben der Eltern und der Kinder – nach Alter

Lebensqualität

 

Die Menschen unter 54 Jahren stellen kaum Veränderungen bei der Lebensqualität fest. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass der Lebensstandard in der Schweiz bereits seit einigen Jahrzehnten hoch ist.

Die Entwicklung in einzelnen Lebensbereichen wird aber zum Teil negativ beurteilt. Besonders stark zeigt sich das beim Thema «Erfolgsdruck». 60 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass es ihre Eltern in dieser Hinsicht besser hatten. Nur 6 Prozent finden, dass es den nachfolgenden Generationen bezüglich «Leistungsdruck» besser gehen wird als ihnen selbst.

Ebenfalls eher negativ wird die Entwicklung der beruflichen Perspektiven beurteilt. Zudem geht eine deutliche Mehrheit davon aus, dass wir Natur und Erholungsräume den kommenden Generationen in einem schlechteren Zustand hinterlassen werden. Positiv wird hingegen die Entwicklung in Bezug auf den Zugang zu Konsumgütern und Komfort eingeschätzt. 

 

Lebensqualitätsrelevante Bereiche – nach Generation

Lebensqualität nach Bereich

Die Babyboomer (heute zwischen 65 und 74 Jahre alt) sind die letzten, die gegenüber ihren Eltern in fast allen Bereichen eine Verbesserung der eigenen Lebenssituation wahrnehmen. 


Lebensqualitätsrelevante Bereiche – nach Generation und Alter

Grafik 8


Die «Boomer» sind auch die Gruppe mit der grössten Lebenszufriedenheit. Am tiefsten ist diese bei den 45- bis 54-Jährigen. 

Bei der jüngsten Gruppe der Befragten zeigt die Studie ein bemerkenswertes Hoffnungsdefizit: 42% der 18- bis 24-Jährigen geben an, dass es ihnen im Leben an Hoffnung und Zuversicht mangelt. Dies obwohl sie mit ihrem momentanen Leben keineswegs besonders unzufrieden sind. Das weist darauf hin, dass weniger ihre persönliche Situation als die allgemeine Weltlage ihre Zuversicht trübt. Ihnen fehlt eine wichtige Ressource, auf die viele Generationen vor ihnen hatten bauen können: Die Vorstellung, dass die Zukunft Fortschritt bedeutet. Mehr Komfort und raffiniertere Konsumgüter allein sind heute kein Glücksversprechen mehr.


Zu diesem Kapitel in der Studie
 

Zurück zur Übersicht