«Tel 143 – Die Dargebotene Hand»

Publiziert: 28.05.2016

Ein offenes Ohr wenn ich jemanden zum Reden brauche, eine dargebotene Hand in Situationen, in denen ich nicht mehr weiter weiss und ein unvoreingenommener Blick von aussen – dies alles finde ich, wenn ich die Nummer 143 wähle.
«Die Dargebotene Hand» ist rund um die Uhr für Menschen da, die ein unterschützendes Gespräch suchen.

TEXT: MICHELE BIGLER, BILDER: ZVG

Läuft man in Bern über eine Brücke, sieht man an den Pfosten neben den Netzen Schilder mit einer Telefonnummer und der Abbildung einer offenen Hand mit einem Herz. «Tel. 143 – Die Dargebotene Hand» ist eine anonyme Notrufnummer, die 24 Stunden am Tag von freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut wird.
Tel. 143» richtet sich nicht nur an Menschen in tiefen Krisen, sondern bietet auch Frauen und Männern mit mehr oder weniger grossen Alltagsproblemen ein offenes Ohr, Empathie und Anonymität.
2/3 der Anrufenden melden sich über eine bestimmte Zeit oder sogar über Jahre hinweg immer wieder. Sie wählen 1-4-3 weil sie ihren Alltag nicht mehr meistern können und Unterstützung suchen. Oft sind es Menschen mit wenig sozialen Kontakten, die neben der Einsamkeit auch mit psychischen oder physischen Krankheiten leben müssen. Auch Gewalt ist ein wiederkehrendes Thema. Es ist wichtig, für diese Menschen da zu sein, sie zu beruhigen und nicht aufzugeben. «Die Dargebotene Hand» bietet auch schriftliche Beratungen per Email oder Chat.


Die Telefon- und Online-Beratungen finden an einem unbekannten Ort statt. Damit trotzdem Leute für Vernetzungszwecke getroffen werden können und der Organisation ein Gesicht gegeben wird, hat die Regionalstelle Bern einen zusätzlichen Arbeitsplatz im Roomsharing im Berner GenerationenHaus. Dieser wird für das Marketing und Fundraising und von der Geschäftsleitung genutzt.
Die Regionalstelle Bern zählt rund 60 freiwillige Helfer. Diese wurden nach einem dreistufigen Aufnahmeverfahren während acht Monaten für die ehrenamtliche Arbeit ausgebildet, um auf die Vielfalt der möglichen Themen, wie beispielsweise Sucht, psychische Krankheiten, Suizidalität, etc. optimal vorbereitet zu sein. Gesprächsführung mit Fallbeispielen und Übungen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung.
Rita Suppiger ist die Geschäftsleiterin der «Dargebotenen Hand». Sie schult und begleitet die freiwilligen Helfer. Es ist ihr wichtig, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine gewisse Lebenserfahrung und Belastbarkeit sowie, eine grosse Offenheit gegenüber allen Themen mitbringen. Während der Ausbildung lehrt sie ihnen einen lösungsorientierten Ansatz. Dabei geht es darum, den Anrufenden zu helfen, eigene Ressourcen zu finden und diese zu stärken. In der monatlichen Supervision besprechen die Freiwilligen in Gruppen verschiedene Fälle. Das soll helfen, das Erlebte zu verarbeiten und von den eigenen oder Erfahrungen anderer zu lernen.

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Rita Suppiger, Geschäftsleiterin


Männer-Kampagne

Letzte Woche lancierte «Tel 143» eine neue Kampagne, die gezielt Männer ins Visier nimmt. Männer suchen sich in der Regel seltener Hilfe in schwierigen Lebenssituationen. Bei «Tel 143» machen sie maximal einen Drittel der Anrufer aus. Das soll sich ändern. Auch erhofft sich «die Dargebotene Hand», durch die Werbung mehr Männer als Berater zu gewinnen.

Das Beratungsangebot der «Dargebotenen Hand» wird ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung von Kirchen, der Opferhilfe und zu einem Drittel durch private Spenden und Gönner – und nicht zu vergessen, dank dem persönlichen Engagement der freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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Michèle, Kommunikation

Im Berner GenerationenHaus finden Sie verschiendene Organisationen mit umfangreiche Dienstleistungen rund um Information, Beratung, Unterstützung und Weiterbildung. Schauen Sie vorbei, wenn Sie das nächste Mal in der Nähe sind. Wir sind für Sie da!

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