"Ich weiss noch nicht einmal genau, was ich in einem halben Jahr machen werde"

Publiziert: 10.02.2016

Bereits morgen sind wir älter. Doch wie sieht unser Zukunft aus – zum Beispiel in drei Jahren?

Seit dem 5. Februar 2016 steht bei uns ein knallblauer Briefkasten im Erdgeschoss. Er wartet darauf, mit Zukunftsvorstellungen gefüttert zu werden. Drei Jahre später erhalten die Verfasserinnen und Verfasser ihre Postkarte per Post zurück und sehen, ob ihre Prophezeiungen eingetroffen sind.

Wie wird mein Leben in drei Jahren aussehen? – Drei Jahre vergehen schnell und erscheinen doch eigentlich relativ absehbar. Doch werde ich noch am selben Ort wohnen, noch dasselbe tun und von denselben Menschen begleitet?
Besonders bei jungen Erwachsenen verändert sich das Leben oft rasant. Der 25-jährigen Deborah ergeht es ähnlich. In den letzten drei Jahren hat sie sechs Monate auf der Trauminsel La Réunion, nahe Madagaskar, verbracht.Sie hat ihr Bachelorstudium in Medien- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen, zwei verschiedene Praktika absolviert, ist vier Monate durch Süd –und Zentralamerika gereist, von Zuhause ausgezogen und hat das Propädeutikum Kunst und Design begonnen.

Über eine Freundin hat sie von dem Projekt „Alter hat Zukunft“ erfahren und füllt nun selbst eine der bereitliegenden Postkarten aus.
„Das ist gar nicht so einfach“, lacht sie, „ehrlichgesagt weiss ich noch nicht einmal genau, was ich in einem halben Jahr machen werde“.
Für Deborah ist klar, dass sich auch in den kommenden drei Jahren so einiges in ihrem Leben verändern wird:
Voraussichtlich wird sie ein Masterstudium abgeschlossen haben – vielleicht in Betriebswirtschaftslehre mit Vertiefung auf Non-Profit-Organisationen. Mindestens ein halbes Jahr davon wird sie wohl in Form eines Erasmus in einer Grossstadt im Ausland studiert haben. Womöglich lernt sie dort auch noch eine neue Sprache dazu. Vermutlich wird sie in drei Jahren auch schon erste Arbeitserfahrungen gesammelt haben.
Wo sie zu diesem Zeitpunkt leben wird weiss die 25-jährige auch noch nicht genau. Vielleicht in einer neuen Wohnung in Bern oder in einer anderen grösseren Stadt. Auf die Postkarte kommt daher auch die Adresse der Eltern –  die wird sich wohl bis dahin nicht verändert haben.
Deborah hofft, dass sie in drei Jahren eine Arbeit ausüben wird, die sie erfüllt und die nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt, sodass sie weiterhin ihren Hobbys nachgehen und reisen kann.
Im Bezug auf ihr soziales Umfeld erwartet Deborah nicht allzu grosse Veränderungen. Sie hofft, dass sie noch die gleichen Leute wie heute begleiten werden. Im Hinblick  auf ihre Pläne für die nächsten Jahre lässt sich jedoch vermuten, dass auch viele neue Menschen in ihr Leben treten werden.
In drei Jahren wird Deborahs Leben durch ihre Reisen, ihr Umfeld und Gespräche mit interessanten Personen geprägt sein.
Sie hofft, sich bis dahin den Wunsch von weiteren Reisen insbesondere eines  Südamerikatrips durch Chile und Argentinien sowie ein Work and Travel in Australien erfüllt zu haben.

Der Briefkasten steht noch bis Ende Juni 2016 im Berner GenerationenHaus. Er ist Teil eines gemeinsamen Projekts mit dem Museum für Kommunikation und entstand im Rahmen dessen Ausstellung „Dialog mit der Zeit“. Des Weiteren wurde für diesen Zeitraum eine Spielkonsole platziert, die die reduzierte Tastempfindlichkeit im Alter simuliert.

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Michèle, Kommunikation

 Schauen Sie im Berner GenerationenHaus vorbei, wenn Sie das nächste Mal in der Nähe sind. Wir freuen uns auf Sie!

 

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