Halt auf Verlangen – Junge spielen klassische Musik

Publiziert: 24.11.2016
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Marek Romanowski am Kontrabass und Maria Barbara Nytsch am Klavier.

Die Hochschule der Künste Bern ist bereits im zweiten Jahr Gast in der Spittelkapelle des Burgerspitals. Mit klassischer Musik verzaubern die Studierenden nicht nur die akustisch hervorragende Spittelkapelle, sondern auch ihre Besucherinnen und Besucher. Davon konnte ich mich selbst überzeugen.

Jeden zweiten Donnerstag präsentieren die besten HKB Studenten, die für sie ausgesuchten, vielfältigen Solo- und Kammermusikwerke. Ich besuchte die Proben und das Konzert «Drum’n’Bass mal anders». Aufgetreten sind an diesem Donnerstagabend Kontrabass- sowie Schlagzeug–Klassen.
So sass ich in der Spittelkapelle und die Studierenden aus verschiedenen Ländern probten nacheinander ihre Stücke. Die Zeit drängte. Den letzten vier Ensembles blieben nur noch zwanzig Minuten, um ihren jeweiligen Stücken den letzten Schliff zu verpassen. Danach zogen sich alle in den oberen Stock zurück, wo sie bis zum Konzert ihre Instrumente deponierten.

Das Konzert begann. Der aus Polen stammende Kontrabassist, Marek Romanowski, trat auf die Bühne. Maria Barbara Nytsch begleitete ihn am Klavier. Totale Stille. Man hätte eine Nadel fallen hören. Er atmet ein und die tiefen, düsteren Töne tauchten die Spittelkapelle in eine schwermütige Stimmung. Er spielte Capricco di bravura von Giovanni Bottesini (1821 – 1889). Mit einer unheimlichen Leidenschaft fühlte er jeden Ton und jede Stille dazwischen. Seine Finger glitten mühelos über die Seiten, als wäre es das Einfachste auf der Welt. Einfach unglaublich zum Zuschauen und Zuhören.

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Die Studierenden der Schlagzeug-Klassen von Brian Archinal, Christian Hartmann und Jochen Schorer präsentieren ihre erarbeiteten Stücke.

Dann traten Yves Ryser, Perkussionist und Daniela Baumann, Pianistin auf.  Die beiden Stücke aus Concerto pour persuccion et orchestre (1958), II Dolent und III Allégrement, von André Jolivet (1905-1974) rissen mich mit.  Einerseits klassisch, aber auch sehr experimentell klingend – hat was von Freejazz. Die bewegenden Klänge und Rhythmen wirkten auf mich sehr positiv, ich mag die Musik. Selten hörte ich Marimba, welches mich überzeugt. Zum zweiten Mal war ich total begeistert. Beim letzten gespielten Ton freute ich mich schon auf die Vorstellung von Roman Bayani, Corentin Barro, Dominique Daldemann und Alain Perler, welche …Dust into Dust… für vier Trommeln auf der Galerie spielen würden. Das von John Luther Adams (*1953) komponierte Stück aus Strange and Sacred Noise (1997) war laut und virtuos. Ich hatte ihre Interpretation und Präzision bereits kurz in den Proben gehört und es fühlte sich an, als würden mein Herz und Blut im Takt mitschwingen.

Sonate D-Dur von Joseph Bodin de Boismortier (1689 -1755)

Dann traten Lucas Fernando Holguin Vaca (Kontrabass Klasse Sinclair), Elisa Bernard (Violoncello) und Matias Troncoso (Violine) auf die Bühne. Sie spielten ein klassisches Stück, die Sonate D-Dur von Joseph Bodin de Boismortier (1689 -1755). Es beeindruckte mich, wie solch junge Musikerinnen und Musiker nicht nur unheimlich viel Talent besitzen, sondern sich in ihrem Alter bereits ein unglaubliches Können und eine hohe Professionalität angeeignet haben.

Die nächsten Halt auf Verlangen-Konzerte:

24. November 2016 (Horn & Fagott)

8. Dezember 2016 (Violoncello & Gitarre)

22. Dezember 2016 (Jahresausklang Programm)

12. Januar 2017 (Violine & Oboe)

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Ein Beitrag von Nanuschka Boleki, Kommunikation

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