Augen auf! Es ist Zeit für Veränderung.

Publiziert: 22.11.2016
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Das Hauptstadtkulturprojekt «Time for Change» tritt in den Dialog mit Menschen. Ich wollte mir ein Bild machen: von der Idee, den Workshops und dem Projekt selbst. Für einen Abend habe ich sowohl zugeschaut wie auch mitgemacht. Mir wurde klar - nur auf eine bessere Zukunft hoffen, reicht nicht.

Das Projekt «Time for Change», unter der Leitung von Dennis Schwabenland, (mit der Ko-Leitung Sibylle Heiniger & Fabrizio Moser) ist zu Gast im Berner GenerationenHaus . Am Abend des 14. Dezember präsentieren die Alteingesessenen, Neuzugezogenen und Geflüchteten für Bekannte und Interessierte kostenlos ihr Werk – das Resultat aus mehreren Workshops. Beginnend beim Schlachthaus, endet die Schnitzeljagd durch die Innenstadt im Berner GenerationenHaus. Dort warten auf die Zuschauer noch weitere Präsentationen.

Für den Workshop am vergangenen Montag kamen über 50 Menschen zusammen. Sie wollen gemeinsam etwas Neues schaffen, sich bewegen und verändern. Aber was?
Ich habe mich für zwei Workshops unter die Gruppe gemischt und viele Geschichten, Fragen, Meinungen und Perspektiven gesehen und gehört.

«Der gerechte Stadtplan»

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Der Workshops "Der gerechte Stadtplan" von Time for Change übt draussen am Loebeggen.

Mein Erster Workshop. Ich werde kurz vorgestellt, und dann geht’s los. Choreographierter Aktionismus. Was liebst du an Bern und was macht dich wütend? Wir nehmen symbolische Positionen ein und schreien lautstark unsere Meinungen. Dann geht‘s nach draussen. Geprobtes soll in Aktion umgesetzt werden. Die Passanten schauen hin, schauen weg, bleiben stehen, laufen vorbei.
Ziel des Workshops ist, «Berner Ecken» durch die Brille der Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zu betrachten. Und durch Alltagsgeschichten und Performances thematisierte die Gruppe genau diese Aspekte.
Bei der unkonventionellen Stadtführung am 14. Dezember werden nicht die historischen Hintergründe der jeweiligen Orte belichtet, sondern aktuelle «Brennpunkte», durch Gespieltes und vorgelesene Texte zum Thema gemacht. Immer im Fokus: Recht und Unrecht. Das Potential für ein gerechteres Bern besteht, man muss nur hinschauen und agieren. Eine Teilnehmerin ist der Meinung, dass es den Menschen an Mut fehlt, um für Gerechtigkeit einzustehen.

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Der Workshop "Grenzenlos" probt einen Sketch für die Präsentation am 14.Dezember im Berner GenerationenHaus.

Im zweiten Workshop ging es um Ausgrenzung von Menschen. Wo sind Grenzen, wie werden diese definiert und wieso gelten gewisse Grenzen nicht für alle?
Hier treffe ich mehrheitlich auf Jugendliche aus aller Welt. Nur eine junge Frau spricht ungebrochenes Berndeutsch. Ich höre einen Audio-Beitrag. Sie spricht ihre Gedanken zu einer gerechten Welt ohne Grenzen laut aus. «In einer gerechten Welt: sind alle Menschen gleich, spielt es keine Rolle woher man kommt, ist es egal wie man aussieht, haben alle Menschen die gleichen Möglichkeiten, wird jeder mit Respekt behandelt, etc.» Alle Teilnehmenden haben ihre persönlichen Gedanken in eigener Sprache zum Thema geäussert. Diese werden am 14. Dezember in Form eines Hörspiels zu hören sein.
Die andere Hälfte der Gruppe arbeitete an einer Performance zum Thema Ausgrenzung und Grenzen. Eindrücklich spielten sie eine Szene, welche die Ausgrenzung einer fremdsprachigen, ausländischen Person zeigt. Diese wird ignoriert, übergangen, zurechtgewiesen und nicht ernstgenommen. Der Vorwurf: Sie ist und verhält sich nicht wie eine Schweizerin. Für viele Menschen alltäglich, für andere undenkbar.

Weitere Infos zum Projekt time-for-change.ch

Möchtest Du beim nächsten Workshop gerne mit dabei sein? Melde dich für die neuen «Time for Change» Workshops an: time-for-change.ch/anmeldung

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Ein Beitrag von Nanuschka Boleki, Kommunikation

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