Ihr seid jetzt in der dritten Woche im Home Schooling. Wenn ihr zurückschaut auf die zwei Wochen. Was hat euch gefallen? Was war schwierig?

Amira: Mir gefällt, dass man die Fächer selber auswählen kann, also was man an welchem Tag zu welcher Zeit macht. In der Schule heisst es ja: So, jetzt machen wir Franz. Und dann müssen alle Franz machen. Mir hat es nicht gefallen, dass man weniger mit anderen Kindern spielen kann. Und dass ich nicht mit meinen Freundinnen in die Schule gehen kann.

Alexis: Ich kann mir die Sachen selber einteilen, das gefällt mir. Wenn ich ein Blackout habe und nicht weiterkomme, kann ich eine Pause machen und später weitermachen. Ich vermisse aber die coolen Fussballspiele auf dem Pausenplatz mit 20 anderen Kindern.


Wie funktioniert das, Schule zu Hause?

Alexis: Wir bekommen einen Wochenplan auf Base4Kids. Das ist eine Plattform für Schüler. Dort müssen wir unsere Aufgaben online holen. Wenn wir Fragen haben, können wir diese im Online-Chat stellen oder eine Mail schicken.

Amira: Ich habe einen Wochenplan zum Abkreuzen. Den ersten Wochenplan habe ich in der Schule abgeholt. Jetzt holen wir die Wochenpläne von der Klassenhomepage und drucken sie aus. Du musst das meiste selbstständig machen. Wenn du nicht draus kommst, fragst du die Eltern. Wenn die auch nicht drauskommen, dann benutzen wir Skype. Dort kann ich die Lehrerin fragen.

Alexis: Wir haben es so eingeteilt, dass wir am Morgen Schule machen und am Nachmittag frei haben. Dann gehe ich raus und spiele.

Amira: Und um 9:45 gibt es eine Pause mit der ganzen Familie.


Wie bleibst du mit deinen Freunden in Kontakt?

Alexis: Ich chatte mit ihnen, mache mit ihnen ab oder rufe sie an.

Amira: Ich rufe sie an oder gehe bei ihnen klingeln. Wir dürfen einfach nicht mehr als fünf Kinder sein. Wenn wir schon fünf sind und jemand kommt dazu, dann teilen wir uns auf, z.B. drei und drei oder vier und zwei.


Ist es für euch schwierig, diese 5er-Regel einzuhalten?

Amira: Nein. Wenn ein Kind kommt und sieht, dass wir schon fünf sind, kommt das Kind gar nicht zu uns.

Alexis: Am Anfang war es schwierig. Aber jetzt müssen uns gar nicht mehr trennen, weil nur noch wenige Kinder draussen sind. Wir müssen eher schauen, dass wir überhaupt Kinder zum Spielen finden.


Was vermisst ihr am meisten?

Alexis: Vor allem das YB-Training und die YB-Matchs. Ich bekomme von YB Aufgaben für zu Hause. Aber das ist nicht so cool wie Trainings und Matchs.

Amira: Ich vermisse meine Freundinnen und meine Lehrerin. Und das Voltigieren.


Wenn ihr das entscheiden könntet: Würdet ihr die Schulen nach den Frühlingsferien wieder öffnen?

Amira: Ja! Weil in der Schule sehe ich meine Freundinnen und meine Lehrerin. Die kann die Sachen meeega gut erklären. Und ich möchte meine Lehrerin und die Kolleginnen von der 3. Klasse noch sehen, bevor ich in die 5. Klasse komme.

Alexis: Ich persönlich würde es so machen: Man geht einmal pro Woche in die Schule. Die restlichen Tage arbeitet man weiter von zu Hause aus. So hat man wieder mehr Kontakt zu verschiedenen Menschen. Ich würde aber die Schule nicht wieder ganz öffnen. Denn wenn man die Schulen ganz öffnet, würden sich zu viele Leute anstecken. Dann gibt es eine neue Corona-Welle und sie müssen vielleicht sogar eine Ausgangssperre machen.

Die Katze hilft bei den Hausaufgaben.


Interessierst du dich für Nachrichten zum Corona-Virus?

Amira: Ja, sehr. Im Radio sagen się Zahlen, wie viele Leute positiv getestet worden sind oder gestorben sind. Und der Bund sagt manchmal auch Sachen.

Alexis: Natürlich interessiert mich das auch. Wen interessiert das nicht?


Wie informierst du dich?

Alexis: Das meiste weiss ich auch aus dem Radio. Sonst schaue ich noch die Nachrichten auf SRF Sport, dort stehen Sachen, die mit Corona und Fussball zusammenhängen.


Machst du dir Sorgen, wegen dem Corona-Virus?

Amira: Angst um mich habe ich nicht. Ich könnte zwar krank werden, aber das würde mir wahrscheinlich nicht viel machen. Ich hätte auch nicht Angst, dass ich jemanden anstecke, weil ich ja eh grösstenteils zu Hause bin.

Alexis: Um mich mache ich mir auch keine Sorgen. Aber um meine Verwandten und Freunde schon. Weil diese teilweise zur Risikogruppe gehören.

Amira: Ja, um unsere Grosseltern mache ich mir auch Sorgen. Und um unsere ehemalige Nachbarin, denn sie ist schon älter.


Siehst du auch etwas Positives an der Corona-Krise?

Amira: Am Corona nicht. Aber zum Beispiel, dass wir an Nami frei und keine Schule haben. Aber das Corona-Virus selber finde ich nicht cool.

Alexis: Also für die Umwelt ist es sicher nicht schlecht. Das sieht man zum Beispiel in Venedig. Dort schmeissen die Touris den Abfall nicht mehr in die Kanäle. Dadurch ist das Wasser dort jetzt sehr sauber geworden.


Was machst du nach Corona, wenn alles wieder offen hat?

Alexis: Ich gehe raus und spiele Fussball.

Amira: Eine Übernachtungsparty mit allen Freundinnen.